In unserer diesjährigen Projektwoche drehte sich alles um das „Chinese New Year“ – ein farbenfrohes und bedeutungsvolles Fest, das wir gemeinsam mit den Kindern mit allen Sinnen erleben durften.
Gleich zu Beginn führten uns Mee Lin, Eve und Eileen in die „Kunst des Schönschreibens“ ein – die chinesische Kalligraphie. Konzentriert und stolz führten die Kinder ihre Pinsel über das rote Papier und versuchten sich an den ersten eigenen Schriftzeichen. Es entstanden richtige kleine Kunstwerke.
Am Dienstag bekamen wir besonderen Besuch: Tristans Vater kam in den Kindergarten und erzählte uns die spannende Legende vom Nian-Monster. Die Kinder erfuhren, warum die Farbe Rot beim chinesischen Neujahrsfest eine so wichtige Rolle spielt und wie sie symbolisch alles Böse und Negative vertreibt. Jedes Kind erhielt ein traditionelles „Ang Pow“-Päckchen, und gemeinsam übten wir, uns auf Chinesisch zu bedanken – das war gar nicht so einfach 😊.
Am nächsten Tag wurde es laut und rhythmisch: Mit Trommeln, Tamburinen und einem großen Becken führten die Kinder ihren eigenen Löwentanz auf. Mit viel Freude und Energie tanzten sie, um symbolisch das mythische Monster „Nian“ zu vertreiben und Glück für das neue Jahr zu bringen. Es war ein fröhliches und farbenfrohes Spektakel, bei dem alle begeistert mitmachten.
Natürlich durfte auch ein leckeres chinesisches Frühstücksbuffet nicht fehlen. Dank der großzügigen Unterstützung unserer Eltern konnten wir viele Köstlichkeiten genießen: chinesische Nudeln, Dumplings, Glückskekse, zahlreiche Mandarinen als Symbol für Glück und vieles mehr. Ein herzliches Dankeschön an alle Familien für die liebevollen Beiträge!
Den krönenden Abschluss unserer Projektwoche bildete unser Ausflug zum wunderschönen Thean Hou Tempel. Aufgrund der Feierlichkeiten zum Chinese New Year war der Tempel besonders festlich geschmückt – mit unzähligen roten Laternen und kunstvollen Dekorationen. Zunächst besuchten wir die Gartenanlage am Fuße des Tempels, wo sich überlebensgroße Skulpturen der zwölf Tierzeichen des chinesischen Horoskops befinden. Mit großer Freude suchten und entdeckten die Kinder ihre eigenen Tierzeichen.
Nach einer kleinen Frühstückspause machten wir uns gut gestärkt daran, die vielen Stufen zum Tempel hinaufzusteigen. Im Tempel angekommen, beobachteten wir, wie Besucher Räucherstäbchen anzündeten, kleine rosa Lotusblüten-Wunschkerzen aufstellten oder sich vor dem Betreten des Gebetsraumes verbeugten. Auch wir wollten einen Blick in den Gebetsraum werfen. Alle Kinder zogen respektvoll ihre Schuhe aus und gingen leise hinein. In der Gebetshalle entdeckten wir drei Altäre mit eindrucksvollen Skulpturen von Göttinnen. Rechts sahen wir Guan Yin, die Göttin der Barmherzigkeit, in der Mitte Tian Hou, die Schutzgöttin der Seefahrer, und links Shu Wei Sheng Niang, die Göttin der Wasserfront. Auf den Altären lagen viele Orangen, Blumen und Süßigkeiten als Gaben. Die Orangen stehen – so wussten wir bereits – als Symbol für Glück und Reichtum.
Doch es gab noch viel mehr zu entdecken: Wir stiegen weitere Treppen hinauf, entdeckten riesige Trommeln, blickten über die Dächer des Tempels und fanden einen kleinen Brunnen mit einer Statue der Göttin der Barmherzigkeit. Zum Abschluss verweilten wir noch einige Minuten unter einem Baldachin von vielen wunderschön geschmückten chinesischen Laternen und Schirmen, bevor wir mit dem Bus zurück in den Kindergarten fuhren.
Was für eine tolle und erlebnisreiche Woche voller neuer Eindrücke, kultureller Begegnungen und gemeinsamer Freude!












