|
Die zweite Open Stage Veranstaltung im ersten Schulhalbjahr war ein Kulturabend mit Film, Musik, Literatur und Kunst mit Themenschwerpunkt Malaysia. Die neunte Klasse präsentierte Kurzfilme, die in einem fächerübergreifenden Projekt in den Fächern Musik und Kunst unter der Leitung von Herrn Gunst und Frau Valentien entstanden waren. Besonders beeindruckend war der Animationsfilm „Hands“ ( Regie: George Baake, Christoph Dörner, Paul Geus, Sebastian Koo). Das Team hatte den Film aus einer Montage von über 1 500 Einzelbildern erstellt. „Faces of KL“ von Theresa Ahrens und Lena Maierbrugger zeigte die Portraits unterschiedlichster Menschentypen aus Malaysia. Die Filmmusik hatte die Independent – Band Hujan aus Kuala Lumpur beigesteuert. „Wahre Liebe“ von Hannah Therhorst und Kati Fam schließlich erzählte von der Liebe einer deutschen Touristin zu einem malaysischen Mann.
Wie bei Open Stage üblich, war an diesem Abend auch ein Künstlerensemble aus Malaysia zu Gast. Arseana Percussion Unit, die normaler Weise vor mehreren tausend Leuten spielen, gaben einen kurzen Einblick in ihr Repertoire und warben zudem für eine Percussion-AG, die ab Februar wieder in der Deutschen Schule angeboten wird.
Unter der Leitung von Bettina Jusuf und Martin Gunst fand im Anschluss der erste deutsche Poetry Slam in Malaysia statt. Diese Form der Literaturveranstaltung kommt aus Amerika und ist inzwischen auch in Deutschland fester Bestandteil der Metropolenkultur. Bei einem Poetry Slam kann jeder mitmachen, der einen selbst verfassten Text einem Publikum innerhalb eines festgesetzten Zeitrahmens vortragen möchte. Als Jury fungieren dabei zufällig gewählte Personen aus dem Publikum. Gewertet wird nach dem Eiskunstlauf - Prinzip. Die Moderatoren Justin Scott und Mario Honegg erklärten das Verfahren: „0 Punkte für Literatur, die uns das Leben in den vergangenen drei Minuten zur Hölle gemacht hat und 10 Punkte für fabelhafte, nobelpreisverdächtige Literatur, die uns gerade die schönsten Minuten unseres Daseins beschert hat. Und dazwischen ist für alles dazwischen.“ Vincent de Jong trug eine Kurzgeschichte über einen jugendlichen Selbstmörder vor, dessen Baufirma in Malaysia bankrott gemacht hatte. Rembert Nass hingegen hatte seinen Text aus der Perspektive eines Chicken Wings geschrieben. Jessica Roelli brillierte durch experimentelle Lyrik, während die gesamte Klasse 8 ein kleines Theaterstück vorführte. Sieger wurde schließlich Katherine Fam mit ihrem Text „Hübscher Teufel“. Dem Ich - Erzähler wird in alkoholisiertem Zustand ein malaysischer Sportwagen von einer schönen Frau gestohlen.
Im Anschluss an die Darbietungen auf der Bühne wurden die Zuschauer eingeladen, eine interessante Kunstausstellung zu besuchen. Aus dem klassenübergreifenden Kunstprojekt „BMW Art Cars“, das unter der Leitung von Claudia Valentien stattgefunden hat, wurden kunstvoll bemalte BMW Modellautos präsentiert. Jedes bemalte Auto spiegelt einen Aspekt unseres Gastlandes Malaysia wider. Das Projekt, welches von BMW gesponsort wurde, fand in Zusammenarbeit mit einem malaysischen Künstler statt.
Außerdem waren Bilder mit Motiven aus Malaysia und Masken aus dem Kunstunterricht von Monika Zwiefelhofer zu sehen. Die Bilder waren in verschiedenen Zeichen- und Maltechniken entstanden.
Das zahlreich erschienene Publikum würdigte die jungen Künstler und Literaten mit tobendem Applaus.
Text: Martin Gunst und Claudia Valentien Bilder: Gerhard Avemarie
|