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Die neue Eingangsstufe an der DSKL -
ab dem Schuljahr 2007/08
- erarbeitet von Carmen Gust und Heike Messmer

Gründe für die Einführung der Eingangsstufe 

Ziel des Anfangsunterrichts muss sein, die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten aller Kinder auszuschöpfen und zu fördern.

Dieses Ziel kann in lehrgangsorientiertem Unterricht einer Jahrgangsklasse nur schwer verwirklicht werden. Die Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in die Schule, deshalb ist eine Veränderung des Unterrichts notwendig, um möglichst allen Kinder gerecht zu werden.

Die Kultusministerkonferenz Deutschlands hat sich bereits 1997 für eine Veränderung des Schulanfangs ausgesprochen. Nach einigen Jahren mit Modellversuchen gibt es mittlerweile in fast allen Bundesländern Schulen mit jahrgangsübergreifenden Klassen. Diese Schulen berichten sehr positiv über ihre Erfahrungen.

Der Pädagogische Beirat der Auslandschulen hat die Einführung der Eingangsstufe befürwortet. So laufen derzeit an allen deutschen Auslandsschulen die Vorbereitungen zur einer Einführung, die in unterschiedlichen Modellen umgesetzt wird. Wir haben uns für eine Zusammenlegung der Jahrgänge 1 und 2 entschieden, da dies auch das Modell ist, das in Deutschland am weitesten verbreitet ist. Bei einem evtl. Rückzug nach Deutschland entstehen so die geringsten Umstellungsschwierigkeiten.

Nicht zuletzt spielen auch die Erkenntnisse aus der Pisa-Studie eine nicht unerhebliche Rolle in der Entscheidung, den Schulanfang zu verändern: Die führenden skandinavischen Ländern unterrichten alle mit jahrgangsübergreifenden Klassen.

 

Die Vorteile des jahrgangsübergreifenden Lernens

Fragen wir uns doch zunächst einmal selbst: Von wem haben wir am meisten gelernt? Von gleichaltrigen Klassenkameraden? Oder von älteren Geschwistern, Freunden etc? Enthalten wir den Kindern nicht sogar etwas vor, wenn sie nur mit und von denen lernen, die auf dem gleichen Entwicklungsstand sind wie sie selbst?

Die wichtigsten Vorteile im Einzelnen:

 

Sowohl leistungsschwache als auch leistungsstarke Schüler werden besser gefördert:

    Offene Unterrichtsformen (Wochenplanarbeit, Freiarbeit, Werkstattunterricht) ermöglichen dem Schüler individuelles Arbeiten: Jedes Kind arbeitet seinen momentanen Fähigkeiten entsprechend an der Lernaufgabe, die es weiterbringt. So organisieren die Schüler ihren Lernzuwachs selbst, was Selbständigkeit herausfordert und das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit steigen lässt.

 

Erleichterung der Einschulung:

    Schulanfänger treten in eine Gruppe ein, die durch Regeln, Rituale und Arbeitsformen bereits stabil ist. Dadurch wird ihnen das Notwendige wie selbstverständlich vorgemacht und sie übernehmen wesentliche Verhaltensweisen ganz schnell. Der Erfahrungs- und Wissensvorsprung älterer Kinder wirkt als Antrieb für das gemeinsame Arbeiten

 

Flexible Verweildauer von ein bis drei Jahren:

  • Schnell lernende Kinder können schon nach einem Jahr in die dritte Klasse wechseln.
  • Langsam lernende Kindern können sich in drei Jahren den Stoff der Eingangsstufe erarbeiten, ohne ihre Lerngruppe wechseln zu müssen. Durch sichere soziale Strukturen können die Kinder ihre Energie auf das Lernen konzentrieren.

 

Gegenseitige Hilfe und Unterstützung

    Kinder „belehren“ sich gegenseitig. Auch das ältere Kind profitiert dabei: Gelerntes an Andere weiter zu geben, bedeutet für das vermittelnde Kind Wiederholung, Übung und Anwendung der Lerninhalte. Das ist eine hohe Anforderung und trainiert zudem das Ausdrucksvermögen. Hat ein Kind etwas einmal erklärt, „sitzt“ es noch fester im Gedächtnis.

 

Die jährliche Veränderung bricht feste Rollenstrukturen auf

    Gerade für die Kinder ohne regelmäßige Erfolgserlebnisse ist es eine wichtige Erfahrung, selbst zum Helfer zu werden, wenn jüngere Kinder dazukommen. Durch diesen immer wieder möglichen Rollenwechsel innerhalb der festen Bezugsgruppe erfährt jedes Kind Kompetenzerlebnisse

  • Umsetzung an der DSKL
  • Häufig gestellte Fragen